10.06.2026

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Herz Jesu - Warum die Berge bei uns brennen

„Die wunderschönen Bergfeuer möchten wir auch einmal live erleben!“ Diesen Satz hören wir bei uns immer wieder. Die leuchtenden Herzen, Kreuze und Symbole auf den Berghängen faszinieren viele Gäste. Doch warum wir diese Feuer überhaupt entzünden, wissen die wenigsten.

Also bringen wir heute einmal Licht ins Dunkel. (HAHA, das Wortspiel musste einfach sein.)

Ein Blick zurück

Wir schreiben das Jahr 1796. Napoleons Truppen stehen überraschend vor den Grenzen Tirols. Die Lage ist ernst. Aufgrund alter Rechte und Vereinbarungen mussten die Tiroler zwar nicht an Kriegen außerhalb ihres Landes teilnehmen. Wurde Tirol jedoch angegriffen, waren sie verpflichtet, ihre Heimat selbst zu verteidigen. Die Tiroler Landstände versammelten sich damals in Bozen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Dabei fassten sie einen besonderen Entschluss: Sie vertrauten das Land dem Heiligsten Herzen Jesu an und baten um Schutz für Tirol. Die Botschaft verbreitete sich rasch im ganzen Land. Viele Freiwillige schlossen sich den Verteidigern an, und die Tiroler konnten die Angreifer überraschend zurückschlagen.

Andreas Hofer und das Herz-Jesu-Gelöbnis

Einige Jahre später, im Jahr 1809, griff Andreas Hofer diesen Gedanken erneut auf. Vor den berühmten Bergiselschlachten erneuerten die Tiroler ihr Herz-Jesu-Gelöbnis. Die folgenden Siege gegen die bayerischen und französischen Truppen wurden von vielen als Zeichen dafür gesehen, dass das Land unter besonderem Schutz stand. Aus Dankbarkeit entstand ein Brauch, der bis heute lebendig geblieben ist.

Wenn die Berge zu leuchten beginnen

Seitdem werden jedes Jahr am Herz-Jesu-Sonntag die Bergfeuer entzündet. Über ganz Südtirol verteilt entstehen dabei beeindruckende Bilder aus Licht: Herzen, Kreuze und religiöse Symbole leuchten auf Berggipfeln und Hängen. Wer dieses Schauspiel einmal erlebt hat, versteht schnell, warum es für viele Südtiroler weit mehr als nur eine Tradition ist. Es ist gelebte Geschichte, erbundenheit mit der Heimat und ein Brauch, der Generationen verbindet.

Und was hat das mit uns zu tun?

Eine ganze Menge.

Helmuth und ich helfen seit vielen Jahren beim Entzünden der Feuer auf unserem Hausberg, den Ifinger, welcher einer der schönsten und bekanntesten Herz Jesu Motive Südtirols ist. Schon Stunden bevor die ersten Flammen sichtbar werden, beginnt die Arbeit. Material muss vorbereitet, verteilt und an die richtigen Stellen gebracht werden. Wenn schließlich die Dämmerung einsetzt
und das Herz langsam zu leuchten beginnt, ist das jedes Jahr wieder ein besonderer Moment.

Vielleicht seid ihr ja einmal genau an diesem Wochenende bei uns zu Gast. Dann könnt ihr das Schauspiel nicht nur aus der Ferne betrachten, sondern die Geschichte dahinter gleich mit dazu erleben.

Und wie so ein Abend am Berg tatsächlich abläuft? Das erzähle ich euch gerne bei mir an der Theke 😉

Höfler Stephan

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